Bundesamtsgebäude Tulln – Thermische Sanierung und ökologische Aufwertung

Fotografie: Schreyer David

Auftraggeber
ARE Austrian Real Estate GmbH vertreten durch BIG Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.
 

Adresse
Albrechtsgasse 26-30, 3430 Tulln an der Donau


Einleitung 

Im Rahmen der Dekarbonisierungsoffensive des Bundes wurde das Bundesamtsgebäude in der Albrechtsgasse in Tulln einer beispielgebenden thermischen Sanierung unterzogen. Das Projekt steht für eine nachhaltige Sanierung öffentlicher Bestandsbauten und zeigt, wie durch gezielte architektonische Eingriffe Energieeffizienz, Klimaschutz und gestalterische Qualität in Einklang gebracht werden können.


Lage und Kontext 

Im Herzen der Gartenstadt Tulln gelegen, bildet das Gebäude durch die unmittelbare Nähe zum entsiegelten Nibelungenplatz ein harmonisches Ensemble. Es agiert nicht mehr als monolithischer Fremdkörper, sondern als verbindendes Element zwischen Architektur, Landschaft und öffentlichem Raum.


Konstruktion und Fassade 

Fassade: Die ehemals schlichte Betonfassade wurde durch eine hochwertige, gedämmte und hinterlüftete Fassade aus heimischem Nadelholz ersetzt. Aufgrund der Gebäudeklasse kommt als Fassadendämmung Mineralwolle zur Anwendung, die Unterkonstruktion der Fassade ist nach den neuesten Erkenntnissen der Holzforschung in Hinblick auf eine hohe Dauerhaftigkeit ausgelegt. An den Nord- und Westfassaden wird die konsequente Geometrie der Holzfassade durch wandgebundene Fassadenbegrünungsfelder aufgebrochen. Holz-Alu-Verbundfenster mit integriertem Sonnenschutz vereinen natürliche Haptik im Innenraum mit Witterungsbeständigkeit außen. Dieses System gewährleistet eine optimale Tageslichtversorgung bei gleichzeitigem Schutz vor sommerlicher Überhitzung.


Ökologische Aufwertung 

Eine hochgedämmte, hinterlüftete Konstruktion aus heimischem Nadelholz optimiert die thermische Bilanz und dient als CO₂-Speicher. Wandgebundene Fassadenbegrünungen an der Nord- und Westseite wirken als natürliche Klimaanlage und binden Feinstaub. Umlaufende Staudenbeete fördern die Biodiversität und schaffen einen fließenden Übergang zum Stadtraum. In Kombination mit der Entsiegelung des Vorplatzes wird der „Urban Heat Island“-Effekt aktiv bekämpft.


Fazit 

Das Projekt demonstriert beispielhaft, wie klimagerechte Sanierung, Materialökologie und Ästhetik verschmelzen. Es setzt ein starkes Zeichen für den bewussten Umgang mit dem Bestand und eine zukunftsorientierte Baukultur im öffentlichen Bereich.


Leistungsumfang: Generalplanung  
Fertigstellung: 08/2025

Fotografie: Schreyer David

Planung

A quadrat Ziviltechniker GmbH & Co KG

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