Rudolf Buchbinder Saal

Das Kernstück des Projektes bildet die historische Reithalle am Standort Schloss Grafenegg, welche zu einem zeitgemäßen Konzert- bzw. Veranstaltungssaal für überwiegend akustische Musikdarbietungen und Events für rd. 500 Zuschauerinnen aus- und umgebaut wird. Im Rahmen dieser Maßnahmen soll die äußere Erscheinung des Reitschule-Gebäudes anhand einer interpretierenden Rekonstruktion an die ursprüngliche Erscheinung in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt herangeführt werden. 

 

Das Reitschulgebäude wird saniert und für die Nutzung als Konzertsaal mit Seminarbereichen adaptiert. Ein Zubau wird westlich des Bestandsgebäudes errichtet, wo Räume für das Catering, Hinterbühne und Garderoben untergebracht sind. Im Erdgeschoßbereich der Marställe werden Sanierungen projektiert und die Etablierung von Garderoben. Augenmerk wird auf die zeitgemäße, funktionale Nutzung des Objektes, insbesondere den zukünftigen Rudolf-Buchbinder-Saal, die Sanierung im Einklang mit dem Denkmalschutz, die Barrierefreiheit, Erneuerung der Haustechnik und die Anpassung an die aktuellen Vorschriften bezüglich Entfluchtung gelegt.

 

Diese Maßnahmen sind in laufender Abstimmung mit dem BDA beispielhaft wie folgt: Die Wiederherstellung der ursprünglichen Form des Tonnendaches, Aufmauerungen im bauhistorischen Ziegelformat, Ersetzen von nicht historischen Ziegelfeldern, Steinsanierungen, Gesimse Wiederherstellungen, Ausführung von neuen Kastenfenstern und Türöffnungen im Bestand, Restaurierungen der ursprünglichen Farbgebung anhand des Projektes und eine archäologische Begleitung während der Bauphase.

 

Im Obergeschoß ist das Herzstück, der Konzertsaal untergebracht. Er spielt mit dem Typus der Belletage, und nutzt die bestehenden Öffnungen als Fenster zum Park. Die Höhe des Daches wurde in Abstimmung mit dem BDA, unter Berücksichtigung der Anschluss- Situation zum Auditorium und des historischen Erscheinungsbildes angepasst. Die gewählte Konstruktion, eine zeitgemäße Interpretation des Zollingerdaches, ermöglicht einen attraktiven Innenraum. Mit der Galerieebene finden ca. 500 Personen Platz für Konzerte. Die Materialität des Saales ist mit hellem Holz für die flächigen Bauteile, dunkleren Flächen für die raumakustisch notwendigen Reflektoren im Dachbereich und dem semitransparenten Akustiksegel aus Glas/Metall angedacht. Eine innovative Raumgeometrie sorgt für optimale akustische Bedingungen, einschließlich einer effizienten Schallversorgung, frühzeitiger Reflexionen und angemessenem Nachklang. Die Dachkonstruktion mit sichtbaren Holzbindern und konvex gewölbten Zwischenelementen verhindert fokussierende Effekte und schafft ein optimales Hörerlebnis für Musiker und Publikum gleichermaßen. Die Bodenkonstruktion unterstützt den Nachhall, während die Belüftung den Schallpegel begrenzt. Die Saalbestuhlung erfüllt zusätzlich akustische Zwecke, indem sie die Nachhallzeit kontrolliert und unbesetzte Plätze Schall absorbieren lässt. Spezielle Kastenfenster an der Südfassade blockieren Außengeräusche und ermöglichen gleichzeitig eine vollständige Abdunkelung.

 

Das Erdgeschoss des 1841 bis 1845 errichteten Gebäudes wird harmonisch mit dem benachbarten Auditorium und dem Park verbunden, um den Besuchern ein erweitertes Foyer zu bieten, das flexibel für verschiedene Zwecke genutzt werden kann. Im Außenbereich des Foyers schafft eine neue repräsentative Platzgestaltung Raum für Empfangsbereiche und Outdoor-Veranstaltungen, unterstützt durch gezielte Begrünung für schattige Aufenthaltszonen. 

Planung

Architekten Maurer & Partner ZT GMBH

Nächstes Projekt

Projekt "BG/BRG Keimgasse"

TREUSCH architecture ZT GMBH

Mödling|2023