Am Wienerfeld West – Haus D1

Fotografie: tschinkersten
Das Projekt zielt auf die Umsetzung eines ökologisch und sozial nachhaltigen Leuchtturmprojektes ab. Grundlage für die neue Siedlung Am Wienerfeld West sind kompakte, vorgefertigte Wohnhäuser in Holz-Hybrid-Bauweise. Der bereits fertiggestellte Musterblock D1 zeigt die geplanten Qualitäten.
Wohnen beginnt nicht erst bei der eigenen Wohnungstür, sondern mit dem sozialen Umfeld. Die Erschließung der Wohnungen erfolgt über eine "Gemeinschaftsbassena" – einer Kombination aus Treppenhaus und gemeinschaftlich nutzbaren Flächen. Dieser Erschließungsbereich fungiert als übergreifende Kommunikationszone und fördert kleinteilige Nachbarschaften. Die Erschließung wird somit selbst zum Ort der Interaktion und Begegnung. Drei bis vier Wohneinheiten pro Geschoss sind dabei die ideale Voraussetzung für funktionierende Stockwerksgemeinschaften, elf Wohnungen an der "Bassena" eignen sich optimal für die Bildung von Hausgemeinschaften.
Alle Wohnungen verfügen zudem über ein zusätzliches Fenster zur „Gemeinschaftsbassena“. Dadurch wird eine natürliche Querdurchlüftung aller Einheiten ermöglicht.
Gartenseitig platzierte begehbare Pflanztröge – „grüne Brücken“ – dienen den Bewohner:innen im ersten Obergeschoss als großzügige Gärten. Für die Bewohner:innen des Erdgeschosses dienen sie als Gartenlaube.
Die Wohnungen reagieren auf sich ändernde Lebensumstände und sind somit langfristig gut nutzbar, durch Zimmer mit zwei Zugängen und Schiebewänden entstehen zusätzliche Nutzungsbereiche innerhalb der Wohnung. Die Flexibilität und Vielfältigkeit der Wohnungen fördern die Diversität der Bewohner:innen und schaffen ein respektvolles und integratives Miteinander.
Eine intelligente Hybridbauweise ermöglicht den bestmöglichen Einsatz des jeweiligen Baustoffes. Die tragenden Bauteile bestehen aus vorgefertigten großflächigen Wand- und Deckenelementen in Holz- bzw. Holzhybridbauweise, sowie den in Betonbauweise konzipierten Stiegenhäusern. Bei den tragenden Wänden der thermischen Gebäudehülle kommen Holzriegelwände zum Einsatz. Die tragenden Elemente innerhalb der Wohnungen werden als Massivholzwände oder in Holzstützen und Holzunterzügen aufgelöste Bauteile ausgeführt. Als Deckensystem kommen vorgefertigte Holzhybridrippendecken, bestehend aus Holzrippen und einer bauteilaktivierten Betonplatte zum Einsatz. Die Speichermasse von Stahlbeton wird zur Bauteilaktivierung (Heizen und Kühlen) der Decken herangezogen. So kann der Betonanteil im Gebäude auf ein sinnvolles Minimum reduziert werden. Durch den großflächigen Einsatz von Holzelementen können Luftfeuchtigkeitsschwankungen optimal ausgeglichen und das Raumklima verbessert werden. Die Gebäude sind mit Photovoltaik, Luft-Wärmepumpe, begrünten Fassaden und großzügigen privaten Freiräumen ausgestattet
Auch im Hinblick auf ökologisches Bauen und die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen wurde die Planung sorgfältig gestaltet, um einen möglichst großen Beitrag zur CO₂-Reduktion zu leisten: Nicht alle Häuser werden unterkellert, stattdessen werden gebündelte Fahrrad- und Einlagerungsräume geschaffen, ergänzt durch eine zentrale Sammelgarage.
So entsteht eine zukunftsfähige Siedlung, die nachhaltiges Wohnen, soziale Vernetzung und hohen Wohnkomfort miteinander vereint.


